Ich trainierte 1994-1998, und 2001-2002 Wado-Ryu Karate an verschiedenen Orten und brachte es in den 5 Trainings-Jahren zum 4.Kyu (Violett-Gurt).

Heute, über 10 Jahre nach meinem letzten regulären Training, fange ich wieder von vorne an, beim Weissgurt.

Ich hatte ja schliesslich die Wahl, zwischen einem schlechten 4.Kyu oder einem guten 9.Kyu (Weissgurt). Dann lieber bescheiden anfangen und dafür etwas schneller vorwärts kommen.

Ich schätze, dass ich nach rund 4 Jahren wieder beim 4.Kyu angelangt bin (was für mich hiesse, besser zu sein als früher bzw echte Fortschritte gemacht zu haben).

Mein Ziel ist es auch, evtl eines Tages ein eigenes Wado-Ryu-Dojo zu eröffnen, dh selber zu unterrichten.

Theoretisch muss man dazu keinen bestimten Gürtel haben, aber es sollte schon ein hohes Niveau erreicht werden. In Japan ist es beispielsweise nicht üblich, das mit dem Erreichen des schwarzen Gürtels (1.Dan) einfach so eine eigene Karate-Schule eröffnet werden darf.

Ich selber werde evtl mit dem Braungurt (3.-1.Kyu) bereits eine eigene Karate-Schule eröffnen. Diesesfalls würde ich mich jedoch ein Leben lang bei hohen japanischen Meistern und auch bei europäischen Experten ständig weiterbilden und meine Techniken verfeinern.

 

Der inzwischen verstorbene Karate-Meister Taiji Kase sagte einmal in einem Interview: "Im wahren Karate gibt es keine Altersbeschränkung. Budo-Karate ist fürs Leben." Und er meinte damals im Alter von über 60 Jahren (das war um 1995) "Ich werde stärker und stärker, besser und besser, jeden Tag."

Mit dem Erreichen des schwarzen Gürtels ist im Karate noch lange nicht Schluss.

Schliesslich kann man den schwarzen Gürtel (1.Dan) schon nach 6 Jahren erreicht haben, im Durchschnitt schafft man das durchaus innert 6-10 Jahren.

Danach werden es zwischen jedem Dan-Grad immer mehr Jahre.

Bis zum 1.Dan geht es primär um das Erlernen und Verbessern der Technik. Danach wird vermehrt auch eine Beschäftigung mit den geistigen Inhalten erwartet, und die Technik soll auf höchstem Niveau verfeinert werden.

Ich halte Wado-Ryu für einen ausserordentlich intelligenten Karate-Stil. Ich möchte hier einige Punkte aufzählen, in denen er sich vom normalen Karate unterscheidet, und wo er dem Kung-Fu und den japanischen Kampfkünsten ähnelt.

Natürlich hängt es stark von der Interpretation, vom Charakter des Trainers oder Sensei ab, wie weit man nach dem Orginal und nach wirklich hoher Effizienz strebt.

Leider ist es heutzutage auch so, dass bei uns der sportliche Aspekt im Vordergrund steht. Beispielsweise sagte uns mal ein Trainer, man solle hohe Fusstritte machen im Freikampf, weil das im Wettkampf mehr Punkte bringe.

Nur war das kein spezielles Wettkampf-Training, sondern "traditionelles" Training, wo man die Techniken nach dem Prüfungsprogramm und allenfalls um sich verteidigen zu können übt. Und da sind Fusstritt (bei realer Selbstverteidigung) weniger schnell (ausser man übt jahrelang gezielt Fusstritte, aber auch da gibts das Problen der fehlden Dehnung etc bei einer echten Schlägerei).

Da wäre mir eine andere Aussage wie "Hohe Fusstritte kommen bei uns im Wado-Ryu traditionellerweise nicht vor, weil uns das Gleichgewicht sehr wichtig ist und man mit den Armen schneller ist."